Über mich

Noch vor einigen Jahren konnte ich nicht spüren, was echte Freude und Begeisterung sind, wie sich richtiges Glück und die Liebe anfühlen, wie gut eine herzliche Umarmung tun kann.
Ich war immer sehr musikalisch, aber noch vor einigen Jahren konnte ich Musik nicht spüren oder dazu tanzen. Es gab aus mir keine Verbindung zu den Tönen, Rhythmen und Schwingungen. Daher „machte“ ich Bewegungen, weil ich „wusste“, oder „dachte“, wie man da so oder so „tun“ müsse. Das gleiche Erleben hatte ich in Begegnungen mit Menschen. Ich hatte keine Ahnung, wie ich diese Verbindung herstellen, wie ich Kontakt spüren konnte.
Mir war damals und auch als Kind schon irgendwie bewusst, dass da etwas nicht stimmt. Aber mir fehlten die Wörter und die Sprache, um mein Befinden beschreiben zu können.
Was ich schon sehr früh hatte, war eine Sensibilität für die Gemütszustände anderer Menschen, ich konnte sogar auf sie eingehen –  und damit fing ich schon sehr bald an.
Als ich dann vor einigen Jahren mit, wie sich im Nachhinein herausstellte, psychosomatischen Krankheiten konfrontiert war, wurden mein Leidensdruck und meine Verzweiflung so groß, dass ich zum ersten Mal um Hilfe bat. Dabei hatte ich mir jemanden ausgesucht, der sehr direkt war, und der mir sinngemäß sagte, ich sei nicht echt, habe keine Persönlichkeit und spiele nur. Und dafür empfinde ich heute eine große Dankbarkeit, weil es der Auftakt war für viele Veränderungen in meinem Leben. Was folgte waren zahlreiche Stunden Therapie, Lehrtherapie, Aufstellungsarbeit und Weiterbildungen (Mediation, Erlebenispädagogik, Tanz- und Ausdruckscoach, Doula-Training). Das Tanzen, Spüren und tiefe Gefühle wurden ganz wesentlich in meinem Leben.

Im Tanz habe ich Vieles ausprobiert, und es war und ist eine bunte Mischung aus choreographiertem und freiem Tanz. Dazu gehören unter anderem Bollywood, Flamenco, sogar ein Ballett-Kurs für Erwachsene, 5 Rhythmen und Biodanza. Weitere Erfahrungsbereiche im Tanz und Ausdruck waren Tanztheater, Impro-Theater und Playback-Theater. Geschnuppert habe ich auch in Reiki- und Prana-Healing-Kursen. Sehr spannend war es auch, meine Singstimme zu entdecken.
Authentischen Tanz und Ausdruck (Authentic Movement) habe ich im Rahmen einer Ausbildung zum Tanz- und Ausdruckscoach kennengelernt. Mich hat fasziniert, dass keine Musik gespielt wurde, und es darum ging, mich selbst zu tanzen. Ich war dann auch Teilnehmerin in einer intensiven Authentic Movement Jahresgruppe in Wien und habe bei zahlreichen Authentic-Movement-Lehrerinnen in Deutschland (Berlin: Annalisa Maggiani, Susanne Brian; Hamburg: Irmgard Halstrup), neue und bereichernde Erfahrungen gemacht. Sehr viel gelernt über mich, habe ich auch in einem Intensivseminar bei Hiah Park in Wien.

2016 war für mich  ein Jahr der Umbrüche und Auflösung. So bin ich von Wien nach Wiener Neustadt gezogen und stand vor der Entscheidung, wieder in einen Bürojob zu gehen oder meinem Herzen zu folgen, und mich mit einem eigenen Angebot zu Tanz und Ausdruck selbständig zu machen. Die Entscheidung dafür ist intuitiv gefallen und war sehr eindeutig – der SpiegelTanz war geboren.

Was vorher geschah

1973 wurde ich in Wels geboren – und ich bin nach wie vor stolz darauf, dass ich noch immer “Oberösterreichisch” rede (auch wenn ich mir schon Manches abgewöhnt und Neues angewöhnt habe). Nicht so sehr aus patriotischen Gründen, sondern vielmehr, weil ich die Vielfalt der Dialekte sehr schätze. Aufgewachsen bin ich mit den zwei besten Brüdern, die man sich wünschen kann – einem älteren und einem jüngeren – ich bin die in der Mitte. Erzogen wurde ich relativ traditionell nach damals gängigen Rollenbildern und habe deshalb vor allem meiner Mutter im Haushalt geholfen. Aus mir ist zwar keine Haubenköchin geworden, aber es erstaunt mich noch heute, wie viel ich mir allein durchs Zuschauen und Mithelfen gemerkt habe. Da ich ein burschikoses Mädchen war, konnte ich es allerdings kaum erwarten, endlich mal mit der Heckenschere arbeiten zu dürfen, oder die Wiese mit dem Motorrasenmäher zu mähen. Außerdem war ich die Patschenpickmeisterin bei uns zu Hause. Meinen Vater habe ich schon als Kind interessiert beim Handwerken beobachtet und mir dabei Vieles abgeschaut, etwa wie man am geschicktesten Hammer, Bohrmaschine oder einen Schraubenzieher hält. Beim Einrichten des Praxisraums waren diese Fertigkeiten dann extrem hilfreich.

Was und wo ich sonst noch gelernt habe

Nach vier Jahren Realgymnasium, habe ich meine Schullaufbahn in der HTL für Chemische Betriebstechnik fortgesetzt, um nach der Matura Politikwissenschaft und Englisch in Salzburg zu studieren. Meine Wege haben mich nach dem Studienabschluss nach Wien, meine Lieblingshauptstadt, geführt, wo ich schließlich 16 Jahre bei einem Medienbeobachtungsunternehmen beschäftigt war. Ich hatte immer einen inneren Drang und Wunsch (weiter) zu lernen und habe deshalb zahlreiche berufsbegleitend Ausbildungen etwa zur Projektmanagerin und PR-Assistentin absolviert.

Bücher waren für mich mein Leben lang wichtig – oft Fluchthelfer in eine andere Welt, aber auch Wissensvermittler und Perspektivenerweiterer. Ich habe mich kaum mit Oberflächlichem zufrieden gegeben und wollte sehr oft das Komplexe und Zusammenhänge erfassen und auch Menschen verstehen – den Dingen auf den Grund gehen.

Heute ist mir klar, dass das mit dem Verstehen und dem Wissen so eine Sache ist. Um mit Menschen arbeiten zu können, reicht theoretisches, angelesenes Wissen nicht aus – es geht vielmehr ums Spüren – und das führt an den Anfang dieser Geschichte 🙂

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